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Knorpelschaden entsteht in erster Linie durch Knorpelverletzungen. Bei ernsthaften Verrenkungen der Gelenke findet der orthopaedische Chirurge oft unerwartete Knorpelschäden. Im Besonderen finden wir Knorpelverletzungen oft bei Unfällen wo auch die Gelenkbänder wie das Kreuzband oder die Seitenbänder am Knie verletzt sind.

Die Verletzungen des Knorpels durch einen Unfall können auf mehrere Arten behandelt werden. Gut etabliert hat sich das sogenannte microfracturing. Dabei wird bei einem während der Arthroskopie (Kniespiegelung) eines Gelenkes in den tiefen Defekt im Knorpel ein spezieller Meissel (Steadman Meissel = eine vorne gebogene und am Ende zugespitzte Stange) in den Knochen hineingetrieben. Es entstehen damit am Knochen kleine Defekte, welche sich dann innert 8 Wochen mit einem Faserknorpel bedecken. In der Zeit wo die Narbe im Knorpel sich bildet darf diese Stelle ausser axial gar nicht nicht belastet werden. In dieser Zeit muss die Patientin entweder an Stöcken gehen mit nur 5 Kg Belastung uder es muss eine Schiene getragen werden welche ausser der axialen Belastung keine Belastung zulässt.

In den letzten 10 Jahren ist es auch möglich geworden Knorpelzellen zu züchten. Der Knorpeldefekt wird dann mit Knochenhaut aus der Umgebung überdeckt und die gezüchteten Knorpelzellen werden unter die aufgenähte Knochenhaut gespritzt. 


Die zuletzt genannte Methode wurde kürzlich in einer prospektiven randomisierten Studie mit dem Microfracturing verglichen. Es konnten 5 Jahre nach der Operation kein signifikanter Unterschied zwischen den  beiden Methoden gefunden werden. Beide Methoden lieferten zufriedenstellende Resultate bei 77 % der operierten Patienten.        Die Publikation von Gunnar Knotsen et al findet sich im Journal of .Bone and Joint Surgery (Amerikanische Ausgabe) 2007:89, Seite 2105 bis 2112.

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hier noch ein Bild am früheren Praxisstandort am Stadelhofen


 Sie finden mehr Informationen unter        www.orthopaedie-stadelmann.ch

Bei Osteonekrose am Knie finden sich Defekte im Knochen sog. aseptische Nekrose wo der Knorpel auch einen Schaden aufweist, weil er quasi auf totem (nekrotischem) Knochen aufliegt. Es werden primäre Nekrosen bei älteren Personen gefunden und sekundäre Nekrosen im Alter von weniger als 45 Jahren. Bei den sekundären Nekrosen lassen sich in der Regel ein oder mehrere  Risikofaktoren finden. 

Risikofaktoren für eine Kochennekrose (sekundäre Osteonekrose) sind:

Kortison meist in Dosen über 2 Gramm pro Monat für mehr als 3 Monate                      Systemischer Lupus erythematodus                                                                                                Asthma                                                                                                                                         Entzündliche Darmkrankheiten                                                                                                             Hoher Alkoholkonsum                                                                                                                    HIV                   

Mit welchen Behandlungen kann der Verlauf der sekundären Osteonekrose günstig beeinflusst werden? 

Im Sinai Hopital Baltimore wurde bei 31 Frauen und 7 Männern an insgesamt 61 Kniegelenken eine core decompression durchgeführt. Es wurden also von aussen durch einen Schlüssellochschnitt Bohrlöcher von 3 mm Durchmesser im Knochen bis knapp unter den Knorpel angebracht.  Als Resultat musste nach einem Verlauf von 2-4 Jahren nur bei zwei Patientinnen ein Kunstgelenk implantiert werden. Bei fünf der 61 Kniegelenke wurde ein unbefriedigendes oder schlechtes Resultat festgestellt.  Ein Knie Test (objective knee score) wurde von durchschnittlich 48 Punkten auf durchschnittlich 92 Punkte verbessert.                                                                                                                                        Literatur: G. Marulanda et al. "Percutaneus drilling for the treatment of secundary osteonecrosis of the knee" J Bone Joint Surg (Br) 2006;88-B:740-6.

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